6.
März 2008: Mahnwache - Galerie der Erinnerung an die Opfer der politischen
Gewalt in Kolumbien Berlin
- Düsseldorf - München- Köln - Magdeburg - Tübingen - Frankfurt
- Ulm BERLIN
Pariser
Platz/ Brandenburger Tor, 16.00 bis 18.00 Uhr, "Galerie der Erinnerung"
zum Gedenken an die Opfer der politischen Gewalt in Kolumbien. Veranstalter:
kolko e.V., kolko e.V., Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin, Tel.: 030 42809107,
mail(a)kolko.net, www.kolko.de Für
den 6. März hat die Bewegung der Opfer von Verbrechen des Staates in Kolumbien
und weltweit zu einem Gedenken an die Opfer der Paramilitärs und von Menschenrechts-verletzungen
aufgerufen. In den kolumbianischen Medien werden diese Opfer oft nur am Rande
erwähnt, unser Gedenken soll eine Hommage an sie sein. Viele starben, weil
sie sich für ein gerechteres Kolumbien einsetzten. Wir lehnen die Gewalt
und die schweren und permanenten Verletzungen der Menschenrechte und des Humanitären
Völkerrechts durch alle bewaffneten Akteure Guerilla, Armee und Paramilitärs
ab. In
Kolumbien wurden ungefähr vier Millionen Menschen gewaltsam vertrieben, in
der Mehrheit durch paramilitärische Gruppen. Diese Gruppen haben allein oder
zusammen mit Mitgliedern der Streitkräfte wenigstens 15 000 KolumbianerInnen
gewaltsam verschwinden lassen, sie haben die Leichen in mehr als 3 000 Massengräbern
verscharrt oder sie in die Flüsse geworfen. Sie haben mehr als 1 700 Indigene
ermordet, 2 550 Gewerkschafter und ungefähr 5 000 Mitglieder der Union Patriotica.
In der Regel foltern sie ihre Opfer, bevor sie sie ermorden. Zwischen 1982 und
2005 haben die Paramilitärs mehr als 3 500 Massaker begangen und mehr als
sechs Millionen Hektar Land geraubt. Seit 2002, nach ihrer "Demobilisierung"
haben sie pro Jahr 600 Menschen ermordet. Es ist ihnen gelungen, 35% des Parlamentes
unter ihre Kontrolle zu bringen. Von 2002 bis heute haben Mitglieder der kolumbianischen
Streitkräfte mehr als 950 Hinrichtungen vorgenommen, in der Mehrheit als
"militärische Erfolge"(dh. als im Kampf gefallene Guerilleros)
präsentiert. Allein im Januar 2008 haben die Paramilitärs zwei Massaker
begangen, neun Menschen gewaltsam zum Verschwinden gebracht, acht Menschen ermordet,
und das Heer hat 16 außergerichtliche Hinrichtungen verübt. MÜNCHEN Performance
zum Nachdenken: Campo Minado N.N. - Minenfeld N.N. und Chocolates para
la Memoria - Schokolade für die Erinnerung Münchner
Flüchtlingsrat 06.03.2008,
16.00 - 19.00 Uhr Marienplatz München Kolumbianische
Menschenrechtsorganisationen haben für den 06.03.2008 weltweit unter dem
Motto: Für
die Verschwundenen Für die Vertriebenen Für die Verschwundenen Für
die Ermordeten Für die Entführten zu
einem Gedenken an die Opfer der politischen Gewalt in Kolumbien aufgerufen. Die
Verbrechen, seit Jahrzehnten verübt durch den Staat, paramilitärische
Terrororganisationen und Guerilla finden weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit
statt. In Kolumbien selbst formiert sich jetzt der öffentliche Protest gegen
die allgegenwärtige Gewalt. In
München werden Schauspieler des Vereins Unser Theater e.V. aus Schwabhausen
bei Landsberg und Ehrenamtliche des Münchener Flüchtlingsrates e.V.
den Opfern mit einer Performance ein Denkmal setzen: Minenfeld
N.N. Ein Feld aus schwarzer Erde, die Umrisse eines menschlichen Körpers,
Kreuze. Aus einem Sack werden kleine Zettel mit den Namen Verschwundener gezogen
und laut vorgelesen. Nach einer Minute des Gedenkens läutet eine Glocke,
eine Kerze wird angezündet, in die Umrisse der Figur gestellt und eine Nelke
auf die Erde gelegt. Symbole und Rituale der Trauer als Hommage an die Verschwundenen
, deren Familien es versagt geblieben ist, durch ein Begräbnis und traditionelle
Akte der Trauer Abschied zu nehmen. Schokolade
für die Erinnerung Wir bieten interessierten Passanten am Marienplatz
bunte Schololadenostereier an. Die bunte Umhüllung der süßen Scholokade
verbirgt eine bittere Mitteilung: Auf jedem Einwickelpapier sind die Namen eines
Verschwunden oder Entführten, einer Ermordeten, eines Folteropfers oder einer
Flüchtlingsfamilie mit den entsprechenden Daten und Hintergrundinformationen
abgedruckt. ------------- In
Kolumbien wurden, vorwiegend aus wirtschaftlicher Raffgier und überwiegend
durch paramilitärische Terrorbanden oft mit logistischer Unterstützung
durch die Armee in den vergangenen Jahren über 4 Millionen Menschen gewaltsam
vertrieben, im Zuge der Vertreibung wurden über 3500 Massaker verübt
und über 6 Millionen Hektar Land geraubt. Mehr als 15 000 Menschen wurden
ohne Haftbefehl festgenommen und sind seither spurlos verschwunden oder wurden
ermordet. Besonders häufig sind Gewerkschafter, Oppositionspolitiker und
Indigene Opfer der Morde aber auch all jene, die den Interessen der Reichen und
Mächtigen aus anderen Gründen im Wege stehen. Die Leichen wurden in
über 3000 Massengräbern verscharrt. Tote weisen regelmäßig
Spuren schwerster Folter und Verstümmelung auf. Die
Regierung brüstet sich damit, 2002 die Demobilisierung der etwa 30 000 Mitglieder
paramilitärischer Banden bewerkstelligt zu haben. Während sich die Terrorgruppen
allmählich unter neuem Namen, z.B. Aguilas Negras reorganisieren wird die
kolumbianische Politik von immer neuen Enthüllungen über engste Verflechtung
von Mandatsträgern und staatlichen Funktionsträgern mit den Paramilitärs
erschüttert: Mindestens 35% der Parlamentsabgeordneten erhielten Gelder für
den Wahlkampf oder unterhalten sonstige Verbindungen zu den Paramilitärs
und fast wöchentlich fliegen weitere Parlamentarier auf. Die
Guerrillabewegungen, insbesondere die FARC halten z.Zt. etwa 750 800 Personen
z.T. seit Jahren als Geiseln in ihrer Hand und sie verletzen durch den Gebrauch
von Minen und Rekrutierung Minderjähriger gegen internationales Recht. In
Deutschland finden am 06.03.2008 nicht nur in München, sondern u.a. auch
in Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Tübingen und Magdeburg Mahnwachen
statt, zu den Aufrufern gehören u.a. Brot für die Welt und Pax Christi. In
München haben eine ganze Reihe von kolumbianischen Flüchtlingen Asyl
beantragt. Der Münchener Flüchtlingsrat e.V. hat sie z.B. durch Beratung
und Mittel zum Besuch von Deutschkursen unterstützt. Unser
Ziel ist es, den Opfern durch Nennung ihres Namens Wahrnehmung und Andenken zu
verschaffen, den Überlebenden unsere Solidarität zu bezeugen und ihrer
Forderung an alle beteiligten Konfliktparteien, dem Morden und den Terror endlich
ein Ende zu machen, internationales Gehör zu verschaffen. Wir unterstützen
ihre Forderung, die Opfer zu entschädigen, geraubtes Land zurück zu
geben, die Verbrechen aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft
zu ziehen. Wir
bitten Sie, über diese Initiative zu berichten und den Opfern des kolumbianischen
Konfliktes auch hier einen angemessenen Platz einzuräumen. Für
weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: http://www.muenchner-flüchtlingsrat.de Deutschsprachige
Hintergrundinformation bietet insbesondere die Menschenrechtskoordination Kolumbien
kolko e.V. unter http://www.kolko.net.
TÜBINGEN Sehr
geehrte Damen und Herren, mit
der nachfolgenden Pressemitteilung möchten wir Sie über eine Solidaritätsaktion
zu Kolumbien informieren, die für heute, Do, den 6.03.08 um 18 Uhr in
Tübingen auf dem Holzmarkt geplant ist. An dem von kolumbianischen Menschenrechtsorgansiationen
ausgerufenen Gedenktag wird weltweit an die Opfer der politischen Gewalt erinnert. Tübingen
hat eine lange Tradition der Solidarität mit Kolumbien, immer wieder haben
Solidaritätsgruppen durch öffentliche Veranstaltungen mit Gästen
aus Kolumbien auf die Menschenrechtssituation in dem südamerkanischen
Land aufmerksam gemacht. Diesmal steht die Installation des kolumbianischen
Künstlers Alberto Jerez im Mittelpunkt. Gerne stehen wir vorort für
weitere Informationen über die Hintergründe des Gedenktages zur Verfügung. Mit
freundlichen Grüßen, Kolumbiengruppe e.V. Kontakt: kolumbien@gaia.de ************************************************************************ * Pressemitteilung* *6.
März 2008, 18 - 19.30 Uhr, Tübingen HOLZMARKT:* *Mahnwache
zur Erinnerung an die Opfer der politischen Gewalt in Kolumbien - Installation
"Spuren der Erinnerung"* Tübingen/
Berlin/ Bogotá/ München/ Düsseldorf/ Köln/ Magdeburg: Auf
dem Boden ausgelegte Fusspuren mit den Namen der Opfer erinnern an die Spuren,
die die Menschen hinterlassen haben, die gewaltsam gestorben sind - Installation
eines kolumbianischen Künstlers. Mit Fotos von Opfern Ermordeter und gewaltsam
Verschleppter, mit Kerzen und Blumen erinnern MenschenrechtsaktivistInnen an
die Opfer der politischen Gewalt in Kolumbien. Zur
Installation "Spuren der Erinnerung" und der Mahnwache laden ein: Pensamiento
Latinoamericano, Initiative lateinamerikanischer Studierender, Tübingen STUBE
- Studienbegleitprogramm der Evangelischen Kirche, Email: stubesekretariat@ev-akademie-boll.de Amigos
del Sur - http://www.homenaje.org/ und Kolumbiengruppe e.V., Reutlingen-Tübingen-Nürtingen, Kontakt:
kolumbien@gaia.de Die
Veranstalter fordern zusammen mit der Menschenrechtsorganisation /kolko e.V
Menschenrechte für Kolumbien/ und den in Kolumbien engagierten Hilfswerken
/Diakonie, Misereor, Caritas / in einer Erklärung zum 6. März die
Bundesregierung auf, sich für die Verbesserung der Menschenrechtssituation
in Kolumbien einzusetzen. In Kolumbien und weltweit werden Menschen an diesem
Tag den kolumbianischen Opfern der Gewalt von Seiten des Staates, der Paramilitärs
und der Guerilla gedenken. Weitere
ähnliche Aktivitäten an anderen Orten Deutrschlands: *Berlin: * Bildergalerie
vor dem Brandenburger Tor - Gedenken an die Opfer politischer Gewalt in Kolumbien,
16-18 Uhr *Köln:* Galerie der Erinnerung mit Fotos der Opfer, 13.00 bis
15.00 und 17.00 bis 19.00 Domvorplatz/ Domplatte. *Düsseldorf:* Galerie
der Erinnerung mit Fotos der Opfer, Martin-Luther-Platz/ vor der Johanneskirche,
17.00 bis 18.00 Uhr. *München:* Theaterperformance "Schokolade zur
Erinnerung", Marienplatz, 16.00 bis 19.00 Uhr. *Magdeburg:* Galerie
der Erinnerung mit Fotos der Oper, Breiter Weg, an der Friedenstafel, 17.00
- 18.00 Uhr. Weiter
Informationen unter: www.kolko.de <http://www.kolko.de/>
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